Christian Klier, Geschäftsführer bei Joe’s Barber, im Interview mit Raphaela Kirschnick
Im September beginnt die nächste Generation Azubis. Du teilst dir einen Auszubildenden. Erzähl doch mal, wie es konkret dazu gekommen ist.
Christian Klier: Im vergangenen Jahr hat sich der 15-Jährige voll motivierte Antonio bei mir vorgestellt, weil er Barber werden möchte. Daraufhin haben wir ihn mal antanzen und Probearbeiten lassen. Was soll ich sagen, der steckt tatsächlich voller Talent. Weil es aber keine klassische Barber Ausbildung gibt, sondern eben nur die Friseur-Ausbildung mit anschließender Spezialisierung im Herrenfach, mussten wir eine Lösung finden.
Wenn er so talentiert war, hätte er auch ohne eine Ausbildung beginnen können?
CK: Klar, wäre es jetzt ein Einfaches für uns gewesen, ihn auf Mindestlohnbasis einzustellen, mit Provisionsregelung und Tralala. Dann hätte er einen Job, der ihm vielleicht kurzfristig einen Erfolg bietet. Langfristig aber hat er ohne abgeschlossene Berufsausbildung keine Perspektive, er würde sich mehr Chancen verbauen. Deshalb haben wir eine Lösung gesucht, in der auch wir die Finger drin haben können, damit er seinen Traum verwirklichen kann.